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Hilfe für Erdbebenopfer

Einsatzbericht
vom 04. 12. - 18. 12. 2005 in Pakistan

Am Sonntag, den 27.11.05, habe ich im OASE-Newsletter von der kritischen Situation der Erdbebenopfer in Pakistan erfahren.

Die Situation ist aufgrund des bevorstehenden Winters für die vielen Obdachlosen in den Bergen Nordpakistans besonders schlimm, da die Erstversorgung mit Zelten für den Winter nicht geeignet ist.

Es wird ein Wettlauf mit der Zeit, vorausgesetzt, genügend Helfer finden sich vor Ort ein und packen kräftig mit an, um wintertaugliche Shelter (auf-zubauen.

 
Ein durch das Erdbegen zerstörtes Haus, rechts daneben zwei Schutzhütten (Shelter)

Der OASE-Hilferuf trifft Gerhard Wanka "direkt ins Herz"

Diese Nachricht traf mich direkt ins Herz und da meine private und dienstliche Situation einen Einsatz zuließen, habe ich mich am Montag entschieden, am darauf folgenden Sonntag für 15 Tage nach Pakistan zu fliegen. Es war keine risikolose Entscheidung, waren doch etliche potenzielle Gefahren vorhanden, angefangen von der Nahrungsverträglichkeit bis hin zum anstrengenden körperlichen Einsatz in den Bergen. Insgesamt waren wir 23 bekennende gläubige Männer aus der Bundesrepublik, die sich am 4.12.05 am Frankfurter Flughafen trafen. Die meisten haben sich vorher nicht gekannt doch eines hatten wir gemeinsam: den Wunsch im Herzen, diesen Menschen zu helfen.

Einsatz in Besham im Norden Pakistans

Unsere Gruppe fuhr zum Basislager Besham im Norden, von wo aus das Material für die Shelter mit dem Hubschrauber in die Berge geflogen wurde. Von unserer Gruppe sollten 11 Helfer im Basislager bleiben, um hier wichtige Aufgaben zu übernehmen. Auch ich blieb im Basislager, nicht freiwillig, aber mit meinem 30 kg schweren Seesack war es unmöglich, einen 6-stündigen Aufstieg in die Berge durchzuführen.

Ich glaube, das war kein Zufall, dass ich aufgrund dieser Situation im Basislager bleiben musste.

Mit Lastwagen wird das Material zum Basislager gebracht.
Von hier geht es mit Hubschrauber in die entlegenen Gebirgsgebiete

Meine Aufgabe war das Logistikmanagement beim Hubschrauberlandeplatz, eine Aufgabe, bei der ich meine Begabung am besten einbringen konnte. Das Material wurde per Lkw angeliefert, musste "eingelagert" werden, die Ladung für die Flüge zusammengestellt und der Hubschrauber beladen werden. Die überwiegend körperliche Arbeit wurde von angeheuerten pakistanischen Arbeitern durchgeführt, doch oft genug haben wir 4 Helfer (2 Deutsche und 2 Amerikaner) selbst Hand angelegt.

Die äußeren Bedingungen sind äußerst schwierig

Das größte Problem war der starke Wind in Besham, der mehrere Tage ein Starten der beladenen Hubschrauber nicht zuließ. Dies war für unsere Kollegen in den Bergen besonders hart, da sie von der Materiallieferung abhängig und dadurch vier Tage "arbeitslos" waren. Erschwerend kam hinzu, dass in den Bergen das schönste Wetter war, keine Nachrichtenverbindung bestand und alle unter starken Durchfall litten. Erst als wir im Basislager von dieser Situation erfuhren und nach einer intensiven Gebetsgemeinschaft waren am nächsten Tag zwei Versorgungsflüge (frische Nahrungsmittel, Mineralwasser, dringend benötigtes Material) möglich, danach wurde es wieder stürmisch und die Flüge mussten erneut eingestellt werden.

Basislager Besham. Laden und Starten des Hubschraubers unter schwierigsten Bedingungen

700 Shelter konnten aufgebaut werden

Das Ziel von PAI (Partner Aid International, www.partner-aid-international.org) war es, 900 Shelter noch vor dem großen Wintereinbruch aufzubauen. Als wir am 18.12.05 wieder zurück geflogen sind, waren ca. 700 Shelter aufgebaut bzw. das Material vor Ort in den Bergen.

In Terrasssen angelegte Pakistani-Siedlung in den Bergen

Aufbau der Schutzhütten (Shelter)


Begegnungen

Viele Pakistani haben uns (Deutsche und Amerikaner) bewundert und konnten gar nicht fassen, dass wir "freiwillig" zum Helfen gekommen sind, dafür sogar noch unseren Urlaub geopfert und die gesamten Kosten dafür getragen haben (bei den meisten hat die örtliche Kirchengemeinde zumindest die Flugkosten in Höhe von 900 EUR übernommen).

Insgesamt ist man uns sehr offen begegnet, obwohl der Norden sehr konservativ ist. Während meines 10-tägigen Aufenthalts in Besham habe ich z.B. keine pakistanische Frau in der Öffentlichkeit gesehen, auch hinter den Ladentischen standen nur Männer. Für uns "Westler" ist es schon eine Umstellung, diese Mentalität und Lebensweise aufzunehmen.
Insgesamt habe ich überwiegend positive Erfahrung mit der pakistanischen Bevölkerung gemacht.

Durch die praktische Hilfe sind auch viele gute Gespräche zustande gekommen, in denen wir unsere Motivation mitteilen konnten. Schade, dass diese Hilfe eigentlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber jedes Leben, das dadurch gerettet werden kann, ist diesen Einsatz wert. Ich habe meine Entscheidung für den Einsatz in keinster Weise bereut. Ich kann nur jeden ermutigen, sich auf eine solche Erfahrung gemeinsame mit unseren Herrn Jesus Christus einzulassen. Aber auch finanzielle Unterstützung wird benötigt, um diese Arbeit langfristig weiterzuführen.

Pakistani in typischer Haltung
 

Während meines Einsatzes erfuhr ich erneut Jessaja 55, Vers 8:

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken,
und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR


Gerhard Wanka
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Erlangen

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Autor dieser Seite: Uwe Schütz

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